Wertlos leben? Ist ein Leben und Werte wertlos?
„Jetzt will ich erst einmal zur Ruhe kommen“, sagte die Dame (Ü50) und setzte sich mit ihrem Milchkaffee auf den Freisitz im Sommer-Café. „Dieser Trubel in der Stadt – überall soll man kaufen oder essen!“
In dem sich anschließenden Gespräch kamen wir dann auf den allgegenwärtigen Materialismus zu sprechen und die Frage, ob der Sinn im Leben darin liegt, das Leben nur maximal zu konsumieren. Dahinter steckt eigentlich die oben gestellte Frage: Ist ein Leben ohne Werte wertlos?Wer diese Frage von der Bibel her betrachtet, muss zu dem Schluss kommen: es gibt kein wertloses Leben, schon gar nicht ein menschliches Leben. Der Mensch ist Geschöpf und Gegenüber Gottes und das unabhängig von seinem Erscheinungsbild und seinen Fähigkeiten.
Worauf lege ich in meinem Leben wert? Was macht mein Leben im Sinne der Lebensgestaltung wertvoll? Je mehr Freiraum ein Mensch zur persönlichen Lebensgestaltung hat, um so mehr sollte er sich diese Frage stellen.
Wie beantworten Sie, lieber Leser, diese Frage? Ob Christ oder nicht, wer diese Frage nicht bewusst stellt und beantwortet, beantwortet sie unreflektiert mit seinem Leben. Ist ein Leben, das sich auf Besitzen und Spaßhaben konzentriert, als wertvoll zu bezeichnen?
Matthäus 9,36: Als er (Jesus) die vielen Menschen sah, die ihm nachliefen, hatte er großes Mitleid mit ihnen. Sie waren hilflos und verängstigt, ohne Ziel und ohne Hoffnung. Sie waren wie Schafe ohne ihren Hirten.
Auf wie viele Menschen in Leipzig trifft das heute zu? Jesus macht ihnen das nicht zum Vorwurf, sondern er hat großes Mitleid, dass sie ohne echte Werte im Leben leben und ihr Leben ohne tieferen Wert, ohne Ziel dahinplätschert. Was würde Jesus wohl sagen, wenn er durch unsere Fußgängerzone in Leipzig ginge? Ich vermute, dass Er etwas Ähnliches empfinden und sagen würde. Und wir als seine Nachfolger, als seine Gemeinde?
Die Freie evangelische Gemeinde Leipzig sucht zeitgemäße Wege, um Ansprechpartner in Glaubens- und Lebensfragen zu sein. Sie nimmt Einfluss auf die gesellschaftlichen Werte der Stadt.
In unserer Stadt Leipzig gibt es eine hunderttausendfache Abstinenz von traditionellem Glauben. Damit haben traditionelle Werte, die seit Jahrhunderten Gültigkeit hatten, ihre Tragkraft in Jahrzehnten verloren. Biblische Maßstäbe sind „abgewertet“, daraus ist das viel beklagte Werte-Vakuum entstanden. Wonach richtet sich die Forschung, die Wirtschaft, die Politik? Auf welche gemeinsamen Wertmaßstäbe werden Beziehungen zwischen Mann und Frau gegründet? Welche Maßstäbe werden der Kindererziehung zu Grunde gelegt? Lasst uns als Christen wieder neu deutlich machen, was unserem Leben einen Wert gibt, der über den Lebenskonsum hinaus geht.
Gott als Schöpfer gibt dem Geschöpf Mensch seinen Wert. Ein Menschenleben, nach Gottes Wertmaßstäben gelebt, gewinnt an Wert. Jesus Christus kann alles in unserem Leben ins positive Gegenteil umkehren.
Dann haben wir durch ihn Hilfe – statt hilflos zu sein.
Dann haben wir Lebensmut – statt verängstigt zu sein.
Dann haben wir ein Ziel und eine Hoffnung und
gleichen Schafen, die einen Hirten haben.
Gäbe das nicht auch Ihrem Leben einen ganz anderen Wert? Jesus empfindet mit Ihnen Mitleid, wenn es noch nicht so ist. Gott sei Dank muss es ja nicht so bleiben.
(Gerd Sobbe)
Ein Plädoyer für das Evangelium auf der Straße
Jesus sagt: „Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung!“ Markus 16,15
Vor kurzem hatten wir einen Gast im Junge Erwachsene Treff und er stellte uns folgende Frage: Wann habt ihr das letzte Mal jemandem von Jesus erzählt?
Wenn man in dem Moment hätte Gedanken lesen können, wäre vermutlich öfters aufgetaucht: „Ups, erwischt – das könnte peinlich werden.“ Jeder von uns antwortete reihum. Bei manchen war es nicht lange her. Bei manchen schon länger. Bei mir war es vier Monate her. Hm...vier Monate, seitdem ich mit einem Nichtchristen über Jesus gesprochen habe – die Tatsache hat mir nicht gefallen. Und ich wollte, dass es anders wird.
Also bin ich an Karfreitag und Karsamstag zu einem Straßeneinsatz gegangen – was ich lange Zeit als uneffektiv und nicht passend für Deutschland eingestuft habe. Aber um ehrlich zu sein: Diese Einschätzung kam nicht aus eigener Erfahrung, sondern eher aus Scheu und Vorurteilen. Doch siehe da – man kann mit Leuten auf der Straße ins Gespräch kommen. Es mag Überwindung kosten, aber es ist möglich. Manche wollen vielleicht nicht angesprochen werden und dann muss man es ja auch nicht tun. Andere sind gesprächsbereit, aber lehnen die Botschaft ab – was nicht bedeutet, dass ein solches Gespräch umsonst wäre. Doch es gibt auch Menschen, die offen sind, die gerne für sich beten lassen oder die sogar auf der Straße zum Glauben an Jesus kommen und dann mit einer Gemeinde in Verbindung gebracht werden können. Ein Gespräch, in dem es dann zum Gebet für denjenigen oder sogar zu einer Bekehrung kam, hatte ich persönlich bei dem Einsatz zwar nicht, aber andere Teilnehmer haben es erlebt.
Der Einsatz war vorbei. Am Ostersonntag spielte ich mit einem Bekannten im Park Tischtennis. Ein Mann sah uns dabei zu. Als wir fertig waren, fragte er mich, ob ich auch mal gegen ihn spielen wolle. Mein Bekannter wollte jedoch nach Hause und musste die Schläger mitnehmen. Also musste ich leider absagen. Aber ich hatte den Eindruck, dass ich ihn noch mal ansprechen soll. Daraus entwickelte sich ein längeres Gespräch und wir konnten über einige Dinge sprechen, die ihm Mühe machten, an Jesus zu glauben. Es schien mir, dass dabei ein paar Denkhindernisse für den Glauben aus dem Weg geräumt werden konnten. Ist er an dem Abend zum Glauben an Jesus gekommen? Nein. Aber er fand unser Gespräch gut. Und vielleicht war es ein kleiner Baustein auf seinem Weg zum Glauben an Jesus. Als ich heimfuhr, hatte ich große Freude im Herzen. Und ich glaube, das wäre nicht passiert, wenn ich nicht vorher auf der Straße „trainiert“ hätte. Kurze Zeit später hat es uns auch mit dem Junge Erwachsene Treff auf die Straße getrieben, um für den Alphakurs einzuladen und von Gottes Liebe zu singen. Während wir gesungen haben, haben andere eingeladen und Gespräche geführt. Ob die Leute zur Gemeinde oder zum Alphakurs kommen werden, ist noch offen. Aber ihnen hat die Musik gefallen und wir hatten selbst viel Freude dabei.
Straßenevangelisation wird oftmals mit Skepsis betrachtet und mit dem Kommentar beiseite geschoben: „Das ist nicht mein Ding.“ Ich finde, man sollte es wenigstens mal versuchen – nicht nur einmal, sondern ein paar Mal – und prüfen, ob die eigenen Einwände wirklich zutreffen. In den vergangenen Jahren wurde Evangelisation fast ausschließlich auf die persönlichen Beziehungen beschränkt. Ich frage mich, ob das Christentum in den ersten Jahrhunderten so stark gewachsen wäre, wenn dies der primäre Weg der Evangelisation gewesen wäre. Sei es Jesus, Paulus oder die anderen Apostel – sie alle haben das Evangelium weit gestreut und erwartet, dass dabei Menschen zum Glauben kommen. Das soll nicht heißen, dass Straßenevangelisation der einzige Weg ist, die frohe Botschaft zu verbreiten. Es gibt sicher viele Wege: Internetseiten & Blogs, Konzerte, Veranstaltungen, persönliche Beziehungen, diakonische Dienste. Aber ein Weg ist der unmittelbare Kontakt mit Menschen auf der Straße. Und ich meine: Diesen Weg gilt es wieder zu entdecken. Es mag sein, dass in einigen Leuten unter uns Gaben schlummern, die auf der Straße zum Vorschein kommen, z.B. Musik, Theater, seelsorgerliche Gaben, evangelistische Gaben, Barmherzigkeit, Dienen. Ich habe mir zumindest vorgenommen, dass ich in Zukunft öfter mit anderen gemeinsam auf die Straße gehen möchte. Wer es auch gerne mal ausprobieren möchte, kann sich gerne bei mir melden: t.arhelger[AT]gmx.de
(Thomas Arhelger)
Zum Ziel finden
Vor kurzem saß ich beim Reifenhändler, um neue Winterreifen abzuholen. Da ich warten musste, kam es gerade gelegen, dass Autozeitschriften auslagen, in denen ich ein wenig blättern konnte. Dort blieb ich an einem Artikel über Navigationsgeräte hängen: „Navigationsgeräte: Fluch oder Segen?“ Im Artikel kommen ein Navi-Begeisterter und ein Navi-Gegner zu Wort. Der Begeisterte meint, Navis seien die beste Erfindung seit der Erfindung des Rades, denn es führt den Autofahrer sicher ans Ziel. Endloses Herumirren an fremden Orten und Nachfragen nach dem Weg sind mit den Navis vorbei. Er sieht sogar das Navi als Friedensstifter im Cockpit, denn dank der Navigationsgeräte ist Schluss mit unqualifizierten Anweisungen vom Beifahrersitz, wie z.B. „Schatz, ich glaube, da hätten wir abbiegen müssen“.
Der Navi-Gegner empfindet sie stattdessen als fahrerische Fremdbestimmung, die einen orientierungslos machen. Doch ganz ohne Hilfe kommt er auch nicht aus, denn am Schluss empfiehlt er den Lesern, eine Straßenkarte zu kaufen.
Als ich den Artikel las, fragte ich mich, inwiefern das ein Bild fürs Leben ist. Wir wünschen uns nicht nur Orientierung im Straßenverkehr, sondern im Leben überhaupt. Ein Navi fürs Leben – wäre das nicht eine tolle Sache, besonders wenn man vor schwierigen Entscheidungen und Lebensfragen steht? Beim Nachdenken kam mir ein Bibelvers in den Sinn: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ (Psalm 119,105). Gott hat uns
mit der Bibel ein ganzes Buch gegeben, um uns Orientierung und Wegweisung zu geben. Aber ist die Bibel solch ein Navi? Manche gebrauchen sie als Quelle der Weisheit, um ein erfolgreiches Leben zu führen. In der Bibel geht es jedoch um mehr – Gott geht es um mehr. Er sagt: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ (Psalm 32,8). Gottes Wegweisung ist viel persönlicher: Es geht ihm nicht bloß um Lebensweisheiten oder um unpersönliche Hinweise, sondern um etwas viel Grundlegenderes: Er will, dass wir in einer vertrauensvollen Beziehung mit ihm leben.
In der Bibel gibt Gott uns nicht nur Orientierung, sondern er zeigt uns auch das Ziel für unser Leben: Gott selbst ist unser Ziel. Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um uns zu Gott zu führen. Er hat gesagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ (Johannes 14,6) Weihnachten bedeutet, dass Gott nach uns Menschen sucht, die verloren und verirrt sind in unserer Schuld und uns zu sich zurückführt. Jesus hat alles gegeben, um uns an dieses Ziel zu führen: zu Gott, unserem Vater. Dafür wurde Jesus geboren, dafür hat Jesus gelebt, dafür ist Jesus am Kreuz gestorben und dafür ist er auferstanden. Er hat es für Dich getan, der Du diese Zeilen liest und gerade selbst orientierungslos bist und umherirrst. Und er ruft Dich zu glauben: dass seine Liebe und Vergebung Dir persönlich gilt; dass Er gut ist und Dich auf guten Wegen führt; dass Er Dich
auf diesem Weg nie verlassen oder vergessen wird und nichts und niemand Dich von seiner Liebe trennen kann; und dass Er Dich ans Ziel bringen wird: in eine vertrauensvolle Beziehung mit Gott.
(Thomas Arhelger)
Ohne Gott zu danken, gerät alles ins Wanken!
Wenn wir in die deutsche Geschichte des vergangenen Jahrhunderts zurücksehen, dann hatten die Generationen vor uns meist tiefere Einschnitte zu verkraften, wie sie sich für uns ankündigen oder schon zu spüren sind.
- Hat im Herbst 1923 eine Tasse Kaffee bei der Bestellung 5000 Mark gekostet, so konnte es passieren, dass, wenn der Kellner die Rechnung servierte, bereits 8000 Mark kassiert wurden. Die Inflation brachte in der Generation meiner Großeltern vielen den finanziellen Ruin. Riesige Vermögenswerte schmolzen dahin.
- Ca. 20 Jahre später in der Generation meiner Eltern brachten die Bombennächte des Krieges viele um Angehörige, Hab und Gut.
- Andere Bauern und Mittelständler hatten Hab und Gut über Inflation und Krieg gerettet, wurden dann jedoch im sozialistischen Teil Deutschlands enteignet.
Sprüche 11:28 Wenn du auf dein Geld vertraust, wirst du fallen wie ein welkes Blatt im Herbst. Lebe so, wie Gott es will, dann wirst du aufblühen wie die Pflanzen im Frühling.
Fest steht, finanzielle Sicherheiten sind immer ein wackeliges Fundament – egal, ob du viel hast oder wenig. Selbst ohne wirtschaftliche oder politische Einbrüche können ganz persönliche Umstände im Nu zum Zusammenbruch der vermeintlichen Sicherheiten und Errungenschaften führen. Krankheit, Arbeitslosigkeit, familiäre Konflikte... und weg ist es. „Geld macht nicht glücklich, aber es beruhigt!“ ist ein gefährlicher Spruch. Kein Lebensglück ruht auf Besitz; ebenso wenig bietet er wirkliche Sicherheit. Wie ein Blatt im nun beginnenden Herbst hat er keinen bleibenden Wert und Halt. Aber ist Geld und Wohlstand schlecht? Nein, Gott möchte nicht, dass wir unser Leben darauf bauen, unser Glück vom Erhalt oder von seiner Mehrung abhängig machen. Er möchte vielmehr, dass wir das Geld gebrauchen.
Sprüche 11:29 Wer Haus und Familie vernachlässigt, wird schließlich vor dem Nichts stehen; und der Dummkopf wird zum Diener eines Klugen.
Wir beklagen die Wirtschaftsverhältnisse mit Recht, doch wie viel beklagenswerter sind unsere Beziehungen, die unter dem Anschaffungsdruck gelitten haben. Wie viele Kinder und Jugendliche verwahrlosen, trotz oder gerade wegen des Wohlstands und des Kampfs diesen Besitzstand zu erhalten.
Sprüche 11:30 Wer Gott gehorcht, verhilft anderen zum Leben; ein weiser Mensch gewinnt die Herzen.
Die entscheidende Frage ist, welche Stellung Geld und Besitz in meinem Leben einnehmen. Was ist damit gemeint? Kannst Du Dir selbst etwas gönnen? Kannst du es mit anderen teilen? Wenn mein Hab und Gut aus Gottes Hand kommt, dann kann ich es dankbar annehmen und muss es nicht mehr zwanghaft festhalten. Meine Existenz, meine Zukunft hängt nicht vom Besitz sondern von Gottes Hand ab – glaubst Du das?
(Gerd Sobbe)
Jesus kommt zu seinen Jüngern...
Jesus kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht einmal eine Stunde könnt ihr mit mir wachen? Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. Matthäus 26,40+41
Der Tag war lang, die Eindrücke waren vielfältig, das Abendessen war umfangreich und gut und es war spät - wen wundert es, dass den Männern, die mit Jesus unterwegs waren, die Augen zufielen. Jesus war hellwach, als er mit seinen Jüngern in den Garten kam, in dem sie während des Passahfestes in Jerusalem zu übernachten pflegten. Die Angst vor dem, was nahte, hatte ihn erfasst. Er nimmt 3 von den 11 Männern beiseite und bittet sie:
„Meine Seele ist betrübt bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!“
Dann ging er ein wenig weiter und fiel auf die Knie, um zu beten. Gebetsunterstützung in einer tiefen Krise war sein Wunsch, doch Jesus findet sie schlafend. Erstaunlich nicht, Jesus Christus, der Sohn Gottes, bittet in Angst und Krise um Unterstützung im Gebet. Jesus lässt diese 3 Männer an sich ´ran, er wünscht sich, dass sie ihn in seiner schwersten und auch schwächsten Stunde begleiten und unterstützen.
Gefühle, gar Angst und Schwäche zeigen, das ist so gar nicht männlich, oder?Jesus Christus hat mit größter Würde einen Foltertod am Kreuz auf sich genommen, er ist auch als Mann alles andere als ein Schwächling. Nächte hat Jesus allein im Gebet verbracht, doch nun in seiner schwersten Stunde sucht er die Unterstützung im Gebet, er wünscht sich die Unterstützung:
„Meine Seele ist betrübt bis zum Tod. Bleibt hier und wacht mit mir!“
Glaube doch bitte nicht, dass du deine persönlichen Ängste, deine Krise alleine mit Gott ausmachen musst. Jesus hatte Drei von den verbliebenen Elf ausgewählt. Hast du auch ausgewählte Vertraute, die dir im Glauben beistehen, wenn dich die schwere Stunde und die Angst überfällt. Der Glaube ist zwar eine sehr persönliche Sache, aber wir tun uns keinen Gefallen, wenn wir ihn nur individuell und am Ende intim machen, dass wir keinen mehr daran Anteil nehmen lassen. Nein, der Glaube ist auch sozial - persönliche Krisen sind ein gemeinsames Problem, selbst bei Jesus.
Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach...
das erlebt Jesus gerade selbst. Damit der Geist aber den Kampf gewinnt, flieht er in das Gebet und sucht Unterstützung. Jesus hat seinen inneren Kampf gekämpft und gewonnen, letztlich musste er ihn alleine ausfechten, weil bei den Jüngern dann doch das schwache Fleisch gewonnen hatte.Im gemeinsamen Glauben geht es ohne Enttäuschungen nicht ab, dennoch hat Jesus Nähe gewagt, und er lässt seinen Freunden den Raum zur Besserung. Kündigt ihnen nicht gleich die Freundschaft. Er sieht ihren guten Willen und ihre menschliche Schwäche. Lasst nach diesem Vorbild immer wieder das Wagnis eingehen, uns für andere zu öffnen, um mit ihnen gemeinsam unsere Not vor Gott zu bringen.
(Gerd Sobbe)
Leid
Das Thema Leid betrifft jeden von uns, darum kann man es nicht einfach intellektuell diskutieren. Es ist eine höchst persönliche Angelegenheit, die unser Erleben anspricht und Gefühle in uns hochkommen lässt.
Die Frage nach dem Sinn des Leidens wird sehr häufig gegen Gott verwendet: Gott ist doch gut, oder? Wenn durch Leid seine Geschöpfe nicht glücklich sind, dann muss es doch Gott entweder an Macht oder an Güte mangeln?!
Wenn wir in die Bibel schauen, dann sehen wir ganz am Anfang, dass Leid und Tod in Gottes ursprünglicher Schöpfung nicht vorgesehen waren und auch nicht von Gott verursacht wurden. Heute leiden wir am Bösen und die Existenz des Bösen wird als Beleg gegen die Existenz eines guten Gottes vorgebracht. Aber wird damit nicht klar, dass wir in uns ein Bild vom Guten tragen? Woher aber kommt dieses Gute? Was ist das Gute gegenüber dem Bösen, wenn das Gute nicht vollkommen in Gott ist?
Die Welt steht im Kampf zwischen Gut und Böse – seit Menschengedenken sind das die Themen von Religionen aber auch die Themen der Filme, nicht nur aus Hollywood. Die Argumentation, „weil es das Böse gibt, kann es das Gute (Gott) nicht geben“, will mir nicht aufgehen. Gott nimmt teil an unserem Leiden. Gott schaut auf unser Leiden nicht teilnahmslos einfach aus sicherer Entfernung herab, sondern er nimmt teil an unserem Leiden. Seine frühe Kindheit verbringt er als politisches Asylantenkind in Ägypten und geht auch später nicht teilnahmslos an dem Leiden der Menschen vorbei. Wer es genauer wissen möchte, der lese es in den Evangelien der Bibel nach. Am deutlichsten wird die Frage nach der Haltung Gottes und uns Menschen zum Thema Leid bei der Kreuzigung von Jesus.
So lesen wir in Lukas 23, 39- 43: Auch einer der Verbrecher, die mit ihm gekreuzigt worden waren, lästerte: «Bist du nun der Messias? Dann beweise es! Hilf dir selbstund uns!» Aber der am anderen Kreuz wies ihn zurecht: «Fürchtest du Gott nichteinmal jetzt, kurz vor dem Tod? Wir hängen hier zu Recht. Wir haben den Tod verdient. Der hier aber ist unschuldig; er hat nichts Böses getan.» Zu Jesus sagte er: «Herr, denke an mich, wenn du in dein Königreich kommst!» Da antwortete ihm Jesus: «Ich versichere dir: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein.»
Es gibt sie nicht, die schnelle und einfache Antwort auf das persönliche Leiden. Doch, du und ich, wir stehen vor der Wahl wie die beiden sterbenden Verbrecher am Kreuz: Wie stellst du dich zu dem am Leiden und Sterben teilnehmenden Gott? Du kannst aus deinem Leiden einen Vorwurf gegen Gott machen oder in Ihm den mit dir leidenden Gott sehen, der dir zum Retter und Helfer wird.
(Gerd Sobbe)

